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Wer denkt,
hinter WEIRD | BOREDOM stünde irgendeine Art von
abstraktem Konzept, irrt.
W|B paßt in keine Schublade. Die Idee, die hinter diesem Mag steckt,
ist äußerst flüchtig, fast wie ein brennbares Gas. Wie Wasserstoff, vielleicht.
Der Grundgedanke war, ein non-profit Kurzgeschichtenmagazin mit einem
"progressiven" Layout herauszubringen. Die sprichwörtliche
Carte Blanche,also.
Ich schreibe dies, obwohl wir noch ganz am Anfang stehen.
Am Anfang der Konzeption, am Anfang der Arbeit an W|B. Und bis kurz vor
dem "Ende",
soll heißen der Fertigstellung dieser Ausgabe von W|B werden wir
nicht sicher sein,
wie das Ergebnis aussehen wird. Das heißt: Die visuelle Erscheinung,
das Layout wird
bekannt sein. Gestaltet von Crayz, versucht sich W|B an einem
Update der altbekannten Copyshop-Optik und -Ästhetik vieler Underground-Zines.
Das NICHT definierte Ziel ist ein Layout, das sich ganz in postmoderner
"Tradition" (Oxymoron!) an offensichtlichen Vorbildern orientiert,
Einflüsse aus der Pop-Trash-Hoch-Kultur genüßlich aufnimmt
und
schließlich dies alles mit einem Schuß Wahnsinn garniert.
Jedenfalls wenn es nach unserem bescheidenem Größenwahn geht.
Und so sollte es auch mit den Textbeiträgen funktionieren.
Nur Kurzgeschichten waren bald nicht mehr genug.
Die Blende wurde geöffnet, die Brennweite ausgedehnt und
plötzlich war der "Hunger" auf viele Arten von "Text"
von vielen
unterschiedlichen Leuten da.
"Underground" - im Zusammenhang mit W|B ist jedoch irreführend.
Ich persönlich jedenfalls, kann mir keine "Szene" oder
Subkultur vorstellen,
für die W|B das geeignete Sprachrohr wäre.
Nocheinmal W|B paßt in keine Schublade.
Wir alle suchen, tja, wenn schon nicht nach jenem berüchtigtem
"Sinn des Lebens", so doch zumindest nach etwas "unter
der Oberfläche."
Alles ist Oberfläche, alles ist Text, Subtext, Hypertext, Hypotext
und nicht zuletzt
Textur.
WEIRD | BOREDOM sucht nach einem Gefühl, einem gewissen Sentiment
als Ausdruck des Verlustes der Authentizität zum Commence de Siècle.
Gleichzeitig ist (oder sollte) allen, die zu WEIRD | BOREDOM beitragen,
bewußt sein, daß es hierbei NICHT um eine strikte Trennung
von Fakt|Fiktion geht.
Auch um keinen zwanghaften "Wahrheitsanspruch."
Das wäre großer Blödsinn.
Es geht uns um die Beschreibung bzw. Kommentierung der Situation,
in der wir alle leben - und die oft absurd oder surreal zu sein;
eben zwischen |WEIRD| und |BOREDOM| zu schwanken scheint.
Eine Art launisches Lebensgefühl - nennt es, wie Ihr wollt.
Es ist ganz egal, welche Form diese "Beschreibung" oder
Kommentierung" annimmt Als Kurzgeschichte, als Essai, als poetry,
als Fotografie oder als Illustration, etc. ...
W|B will, wir wollen einen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigen.
(Keinen bestimmten - Euren.) Mit allen kreativen Mitteln,
die uns und Euch zur Verfügung stehen.
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